Die Organisation

Die gemeinnützige Organisation Notfunk Zürich, leistet im Katastrophenfall einen wichtigen Dienst für die Schweizer Zivilbevölkerung. Ebenso bietet Notfunk Zürich ihre Dienste auch Behörden an, welche im Ernstfall nicht mehr über die nötigen Kommunikationsmittel verfügen oder dessen Funkkanäle restlos ausgelastet sind.

Im Ernstfall rücken wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Kommunikationsmitteln aus. Die Kommunikation wird ausschliesslich über Funk übertragen. Dazu steht uns ein breites Frequenzspektrum zur Verfügung. Die Übermittlungen werden regional vorwiegend über VHF / UHF (Bereiche um 145 MHz & 435MHz) getätigt und die schweizweite / grenzübergreifende Kommunikation über Kurzwelle (Bereich von 1.6 MHz bis 30MHz). Breitbandverbindungen zur Datenübertragung werden im Bereich zwischen 1.2 GHz und 27 GHz (bevorzugt 5GHz) realisiert.

Um diese Kommunikation im Ernstfall gewährleisten zu können, stehen uns eine Vielzahl von Übermittlungsgeräten, Antennen sowie diverses Zubehör wie Masten und vielem mehr zur Verfügung. Die Übermittlungsgeräte stehen Stationär, Teil-Mobil, Mobil und Portabel zur Verfügung. Damit wir im Szenario einer Umweltkatastrophe / Naturkatastrophe noch einsatzfähig sind stehen uns stark geländefähige Fahrzeuge zur Verfügung welche trotz prekärer Lage eine realistische Chance haben einen geeigneten Übertragungsort (z.B. Höhenstandorte wie Bachtel, Hörnli, Pfannenstiel usw.) anzufahren.

WVT - Pinzgauer 710K

WVT – Pinzgauer 710K

Was bringt nun dieser Dienst der Zivilbevölkerung. Sollte ein Szenario eintreten welches die Netzknoten der Telecom Betreiber (Swisscom, Salt, Sunrise etc.) zum Erliegen bringt oder die Stromversorgung ausfällt, stehen wir auf Platz, um für Sie die Kommunikation nach Aussen sicherzustellen. Damit haben Sie die Möglichkeit im Ernstfall ihre Angehörigen zu verständigen. In der Schweiz befinden sich rund 4000 Funkamateure welche sich in den verschiedensten Regionen aufhalten und eine Sende und Empfangsfähige Station haben. Diese können Ihre Nachrichten entgegennehmen und weiterleiten. Im besten Fall können Sie diese auch via Funk telefonisch weiterverbinden, sofern im angefunkten Gebiet der Telefondienst zur Verfügung steht. Ebenso können wir Bilddaten, Mails, Videos etc. mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250Mb/s über Funk übertragen und das alles unabhängig von einem Netzprovider und vom öffentlichem Stromnetz.

Notfunk Übung - Fieldday

Notfunk Übung – Fieldday

Bei einem Grossereignis kommen auch die Funkkanäle der behördlichen Dienste schnell an Ihre Kapazitätsgrenzen. Davon betroffen Sind vorwiegend Feuerwehr und Polizei. Hier bieten wir diesen Diensten sichere Kommunikationsmöglichkeiten an um Ihre fixen Kanäle oder gar fehlenden Geräte zu ergänzen und zu erweitern.

Nehmen wir doch mal ein Beispiel an der Schweizer Feuerwehr: Der Feuerwehr stehen schweizweit  11 Funkfrequenzen zur Verfügung, wovon zwei für Berufsfeuerwehren, einer für Stützpunktfeuerwehren, einer für die Ortsfeuerwehr und einer für die Betriebswehren reserviert sind. Es bleiben noch 6 Frequenzen frei; Eine davon ist die Schadenplatzfrequenz  sowie eine Koordinationsfrequenz  zwischen Polizei und Feuerwehr sowie Rega und Sanität. Für die Feuerwehren gibt es nur zwei Ausweichkanäle. Anhand dieser Auflistung können nun auch Laien sehen wie schnell es im Grossereignis zu einer Überlastung kommen kann.

Wer steht hinter unserer Organisation? Hinter der Kantonalen Notfunk Gruppe Zürich, stehen ehrenamtlich engagierte Amateurfunker welche Ihre Freizeit für Ihre Sicherheit opfern. Was sind Funkamateure / Amateurfunker?

Weltweit gibt es über 2 000 000 Funkamateure. Amateurfunk ist – anders als der weit verbreitete CB-Funk – ein internationaler anerkannter Funkdienst, wie z.B. Seefunkdienst, Flugfunkdienst oder Sicherheitsfunkdienste. Amateurfunkaussendungen darf jeder hören. Senden darf jedoch nur ein Funkamateur, der vorher eine amtliche Prüfung beim Bundesamt für Kommunikation bestanden und eine amtliche Zulassung erhalten hat.

Notfunk Übung

Notfunk Übung

Die meisten Funkamateure betreiben ihr Hobby von zu Hause aus. Für viele behinderte Funkamateure ist das Funken die ideale und manchmal einzige Möglichkeit, zu kommunizieren. Auch bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, in durch Schnee und Eis abgeschnittenen Gebieten, bei Lawinenunglücken oder in Notsituationen bei Unfällen kann der Funkamateur die letzte noch funktionierende Verbindung zur Außenwelt sein, weil alle anderen Kommunikationsmittel ausgefallen sind.  Einen detaillierten Artikel über Amateurfunker finden Sie hier:  Amateurfunk

Wenn auch Sie aktiv den Notfunk unterstützen wollen so melden Sie sich bei uns; Folgende Voraussetzungen sollten Sie mitbringen:

  • Bereitschaft im Ernstfall
  • Bereitschaft zu regelmässigen Notfunk Übungen
  • Teamfähigkeit

Von Vorteil Verfügen Sie über einen Fahrausweis der Kategorie B um bei Übungen und im Ernstfall auch unsere mobilen Mittel nutzen zu können. Für einen aktiven Beitritt benötigen Sie keine Amateurfunklizenz. Nebst den Übermittlungsaufgaben gibt es diverse Arbeiten die keine Lizenz erfordern. Sie haben jedoch auch ohne Lizenz die Möglichkeit an Übungen oder im Ernstfall mit dem Rufnamen der Organisation – HB9NF mit der Aussenwelt Kontakt aufzunehmen. Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, oder sollten Sie noch offene Fragen habe so habe Sie hier die Möglichkeit diese an us zu stellen: